Um Berliner Geschichte zu sehen, geht man in Museen und Ausstellungen und besucht die typischen Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor, den Fernsehturm etc.
Möchte man aber Geschichte live erleben und sie von "Zeitzeugen" spannend berichtet bekommen, so gibt es nur einen Ort, der mir dazu einfällt: die Schnelle Quelle.
Die Kneipe liegt direkt in einer Berliner Touri-Meile in der Rosa-Luxemburg-Straße - etwas unpassend, wenn man sich das Innere der Schnellen Quelle ansieht. Hier ist alles echt und alles alt - von der Bardame, über das Interieur bis hin zu den Gästen. Nicht erschrecken bei der Begrüßung: Wat solls denn sein, ihr beeden hüpschn?
Am Tresen gibt es jede Menge Stammplätze, markiert mit einer goldenen Plakette auf der der Name des entsprechenden Stammgastes steht. Man traut sich nicht wirklich diese Plätze zu besetzen. Die Barfrau nimmt einem aber schnell die Hemmung.
Die Wände und Decken sind regelrecht gepflastert mir Berliner Geschichte. Zeitungsausschnitte, vergilbte Fotos, Teile von Schaufensterpuppen, Instrumente wie Trompete und Klavier und natürlich jede Menge Jagdtrophäen zieren den kleinen Pub. Es fühlt sich an wie ein lebendiges Museum.
Die Beleuchtung ist eher schummrig, vom Tageslicht ist in der hintersten Ecke nichts mehr zu erkennen. Die Luft ist verbraucht/ verraucht, auch wenn die Tür ständig geöffnet ist ( ja, man darf hier drin rauchen; alles wie in alten Zeiten). Das mindert den Charme der kleinen Bar allerdings auf keinen Fall. Außerdem kann man auch draußen sitzen.
Essen kann man hier leider nicht bestellen. Allerdings ist das auch nicht notwendig, wenn man sich von der netten Barfrau das fünfte Bier aufschwatzen lässt. Hunger hat man da keinen mehr.
Für Touris und "Szene-Menschen" aus Kreuzberg ist die Schnelle Quelle eher weniger zu empfehlen. Hier gehören Menschen hin, die Freude daran haben, echte Berliner Ost-Geschichte zu erfahren und echte Berliner Ost-Menschen zu treffen - ein Berliner Ur Gestein eben.
Um die Öffnungszeiten zu erfahren, müsst ihr selbst vorbei schauen. Damals gabs ja auch noch kein Internet, warum sollte die Schnelle Quelle also eine Website haben!?